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24.04.2014 09:56 Alter: 2 yrs

DAGStat - Wie sehr regieren uns Indikatoren?


Keine Zahlen-Sklaven werden - Experten warnen vor Überbetonung von Wirtschaftsindikatoren

Führende deutsche Wirtschaftsforscher warnen vor einer automatischen Ankopplung der Wirtschaftspolitik an Indikatoren wie Staatsverschuldung, Geldmengenwachstum oder Kreditausfallwahrscheinlichkeiten. Auf dem Symposium "Wie sehr regieren uns Indikatoren? - Staatsschulden, Wohlstand und Statistik" der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Statistik am 25. April in Berlin meinte etwa Professor Dr. Gert G Wagner vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten und Vorstandsmitglied des DIW Berlin, die Vorstellung, "dass statistische Indikatoren in Form von Grenz- und Schwellenwerten die Politik unmittelbar zum Handeln zwingen," sei naiv und um und unter Umständen sogar gefährlich; es könne zu gefährlichen unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Stattdessen sei eine intensive Beratungskultur gefragt.

Professor Christoph M. Schmidt, der derzeitige Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Rat der fünf Weisen"), forderte allerdings für einen Teilbereich des Wirtschaftsgeschehens, die Staatsverschuldung, striktere Verhaltensregeln wie etwa Schuldenbremsen ein. Diese seien unabdingbar für solides finanzpolitisches Handeln, ohne derartige effektive Möglichkeiten der Selbstbindung sei eine nachhaltige Finanzpolitik langfristig nur sehr schwer gegen eine große Koalition von Anspruchs-Anmeldern durchzusetzen.

Weitere Referate diskutierten die Konstruktion und die Qualitätskontrolle geeigneter Indikatoren, insbesondere für makroökonomische Ungleichgewichte in Wachstum und Außenhandel. Denn in dem Umfang, wie Indikatoren die Wirtschaftspolitik beeinflussen, sind auch neue Qualitätsstandards für diese Maßzahlen vonnöten. Das komplette Programm der Konferenz und die Kurzfassungen aller Vorträge sind auf den Netzseiten der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Statistik einzusehen:

www.dagstat.de/aktivitaeten/symposium/indikatoren/

Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Statistik ist ein Verbund von 14 wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Berufsverbänden, die allen statistisch-methodisch arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland ein Forum bietet und die Wahrnehmung der Statistik in der Öffentlichkeit objektivieren will. Das aktuelle Symposium war das siebte in einer Reihe von Veranstaltungen, die interessierten Bürgern, Journalisten und Politikern die oft verborgenen Hintergründe statistischer Informationen offenlegen.

Weitere Informationen auch bei der DAGStat-Vorsitzenden, Frau Professor Dr. Christine Müller, TU Dortmund, Tel. 0231-755-42398, Opens window for sending emailcmueller@statistik.tu-dortmund.de

Ort: DIW Berlin, Mohrenstr. 58, 10117 Berlin

Datum: 25. April 2014

Programm 

Referenten:

  • Albert Braakmann
  • Prof. Dr. Kai Carstensen
  • Bernd Goller
  • Prof. Dr. Christoph M. Schmidt
  • Prof. Dr. Gert G. Wagner
  • Karsten Wendorff


Weitere Informationen

Nachfolgend können Sie den Flyer des Symposiums, der alle wichtigen Informationen enthält, herunterladen:

Symposium-Flyer

[PDF, 113KB]

Die Anmeldung ist ab sofort freigeschaltet und kann bis zum 16.04.2014 ausschließlich über die Anmeldeseite des Symposiums erfolgen.