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< Statistical Meeting of the Deutsche Arbeitsgemeinschaft Statistik "Statistics under one Umbrella" (DAGStat 2016)
07.12.2015 11:22 Alter: 4 yrs

ÖSG Veranstaltung : Unfalltodesfälle in Österreich seit 1980: Erkenntnismöglichkeiten für die Unfallchirurgie

Dr. med. Ernst Foltin   Donnerstag, 14. Januar 2016, 16:00 Uhr Statistik Austria, Saal 1 1110 Wien, Guglgasse 13


Gegenstand der Untersuchungen sind die Trauma-Sterbefälle seit 1980. Diese sind doppelt verschlüsselt: einerseits nach Diagnosen und Körperregionen wie zum Beispiel Schädel-Hirn-Traumen, Brüche des oberen Oberschenkelendes, bis 2001 ICD9-Codes 800 bis 999, ab 2002 ICD10-Codes S00 bis T98; andererseits nach äußeren Verletzungsursachen wie zum Beispiel Verkehrsunfälle, Stürze, bis 2001 ICD-9-Codes E800 bis E999, ab 2002 ICD10-Codes V01 bis Y98. Auswertungen nach beiden Gesichtspunkten gestatten Aussagen, die unfallchirurgische Fragestellungen betreffen, wie z.B.: Bei den als Fußgänger Verstorbenen nimmt im Lauf der Jahre der Anteil der Extremitätenverletzungen als Haupttodesursache ab. Die höhere Überlebens-Chance nach einfacher zu behandelnden Verletzungen ist ein Hinweis auf die Verbesserung der Versorgung nach schweren Traumen. Verkehrsunfallsterbeziffern nahmen in dem betrachteten Zeitraum insgesamt ab. Die Sterbeziffern (Todesfälle bezogen auf die Bevölkerung unter Risiko) für Verkehrsunfälle sind in den städtischen Bezirken niedriger als in den ländlichen. Das sollte Anlass zu einer Diskussion über das Gleichheitsprinzip geben. Die Haupttodesursache ist bei Stürzen von Kindern aus größeren Höhen je nach Alter unterschiedlich: Kleinkinder erleiden öfter Schädel-Hirn-Traumen, weil der relativ größere Kopf das Kind während des Sturzes in die Kopf-voraus-Position dreht. Eine 80-jährige Frau hat das gleiche Risiko ermordet zu werden wie ein 40-jähriger Mann. Suizide folgen einem jahreszeitlichen Verlauf.

 

Zur Vortragenden:

Dr. Ernst Foltin ist pensionierter Unfallchirurg. Er war tätig im Unfallkrankenhaus Linz, an der Unfallabteilung des Landeskrankenhauses Kirchdorf/Krems und an der Unfallabteilung des Allgemeinen Krankenhauses Linz. Er betreibt jetzt eine Gutachtenpraxis. Sein Interesse für statistische Fragestellungen rührt daher, dass er nach dem Studium in Innsbruck, vor Beginn der klinischen Tätigkeiten, am Institut für Biostatistik in Innsbruck (Vorstand Prof. Olbrich) und am Institut für Medizinische Statistik in Mainz (Leiter: Prof. Koller) arbeitete.