Arbeitsgruppe: Statistical Literacy

Aufgabe, Ziel und Inhalt:

Die Menschen des 21. Jahrhunderts haben Zugang zu mehr Informationen als je zuvor. Man könnte sagen, das Angebot explodiert geradezu. Aber mit dem Verarbeiten, dem Einordnen, dem intelligenten Verwerten dieser Informationen hapert es. Denn statistisches Denken brachte – anders als etwa die Fähigkeit, sich anderen mitzuteilen, - über den größten Teil der Menschheitsgeschichte keine Überlebensvorteile und wurde daher auch nicht genetisch selektiert. Während etwa fünfjährige Kinder ohne Anstrengung die kompliziertesten Regeln der deutschen Grammatik beherrschen und anwenden, machen ihre Väter und Mütter die gröbsten Fehler beim Addieren, Vergleichen und Interpretieren von Anteilen und Wahrscheinlichkeiten, verwechseln Korrelation und Kausalität, ziehen abenteuerliche Schlüsse aus minimalen Stichproben, und beherrschen oft nicht einmal die einfachsten Regeln der Bruchrechnung, getreu dem Motto des deutschen Fußballspieler Horst Symaniak: „Ein Drittel mehr Geld? Ich will wenigstens ein Viertel“.

Die Arbeitsgruppe „Statistical Literacy“ der Deutschen Statistischen Gesellschaft macht sich Gedanken, wie diesem Dilemma zu begegnen ist. Dazu dienen einmal Diagnosen der häufigsten Denkfehler und Trugschlüsse, die im statistischen Alltagsdenken vorkommen, vereint mit Vorschlägen, wie diese Trugschlüsse zu vermeiden sind (etwa durch das Argumentieren mit absoluten Zahlen statt mit Anteilen und Wahrscheinlichkeiten oder mittels intelligenter Datengrafiken), ganz besonders aber Vorschläge zu einer Förderung des Verständnisses von Statistik allgemein. Hier greifen Psychologie und Statistik Hand in Hand. Die Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig bei der Statistischen Woche und tauscht in Vorträgen und Diskussionen ihre dabei gemachten Erfahrungen aus. Ferner pflegt sie einen regen Austausch mit den Machern der Unstatistik des Monats und anderer Internetplattformen, in denen durch Medien verbreitete statistische Falschmeldungen aufgegriffen und berichtigt werden.

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